Kulturwerkstatt - Jugend, Medien und Musik: Die Kulturwerkstatt arbei­tet seit 20 Jah­ren mit jun­gen Menschen

REUTLINGEN. Es scheint auf den ers­ten Blick etwas ver­las­sen zu sein, doch wenn man etwas genauer hin­sieht oder -hört, merkt man, dass aus den Räu­men Stim­men drin­gen, und häu­fig sind aus dem Kel­ler Klänge von Bands zu ver­neh­men: die Kulturwerkstatt.

Den Umgang mit Medien lernen

Und so hat alles vor 21 Jah­ren ange­fan­gen: Ein paar Stu­den­ten übten zusam­men mit Jugend­li­chen Lie­der ein und spiel­ten mit der Gitarre vor der Hütte auf dem Reut­lin­ger Akti­vi­täts­spiel­platz. Als das gemein­same Musik­ma­chen immer belieb­ter wurde, suchte man sich neue Räume, um darin zu pro­ben. Jedoch fehl­ten die finan­zi­el­len Mit­tel, um eine Miete zu bezah­len. Schließ­lich fand sich im »Haus der Jugend«, das vom Stadt­ju­gend­ring ver­wal­tet wird, doch noch ein Kel­ler­raum, der begeh­bar gemacht wer­den konnte. Seit damals exis­tiert die Kulturwerkstatt in Reutlingen.

Spä­ter kam dann noch die Computerwerkstatt als wei­te­rer Schwer­punkt­be­reich und als Letz­tes die Video­werk­statt hinzu. Die Kulturwerkstatt hat sich die musik- und medi­en­päd­ago­gi­sche Arbeit mit Kin­dern und Jugend­li­chen in den oben genann­ten Berei­chen zum Ziel gesetzt. Die Computerwerkstatt bie­tet, wie der Name schon sagt, Work­shops, Semi­nare und Kurse rund um das Thema Com­pu­ter an. Diese fin­den ins­be­son­dere in den Berei­chen Musik, Gra­fik und Video, Text­ver­ar­bei­tung und Inter­net statt, ebenso im Bereich der berufs­qua­li­fi­zie­ren­den Mediennutzung.

Dabei soll haupt­säch­lich der rich­tige Umgang mit Medien ver­mit­telt wer­den. Es gibt befris­tete Kurse unter­schied­li­cher Dauer, aber auch fort­lau­fende Kurse wie die »Mädchen-Akademie«, die »Schlüs­sel­schmiede« oder die »Job­werk­statt«. In die­sen Kur­sen erler­nen junge Men­schen, wie man Bewer­bun­gen und Lebens­läufe schreibt, Refe­rate am PC erstellt, oder ande­ren seine Kennt­nisse weitergibt.

»Wir geben Voll­gas«: Unter die­sem Motto hat auch schon die Reut­lin­ger Band »Soul­hos­sas« ihr Kön­nen unter Beweis gestellt. Die Rock­mu­si­ker hat­ten ihren Ursprung wie auch andere Reut­lin­ger Bands in der Kulturwerkstatt. Eine Band grün­den darf dort jeder, der will. Alles Nötige bekommt man beige­bracht und jeder kann aus­pro­bie­ren, was ihm Spaß macht, ob E-Gitarre, E-Bass oder Schlagzeug.

Neue Musik im alten Gemäuer

Musi­ka­li­sche Vor­kennt­nisse wer­den nicht vor­aus­ge­setzt. Regel­mä­ßig haben alle Bands die Mög­lich­keit, auf dem Reut­lin­ger Stadt­fest ihr Kön­nen unter Beweis zu stel­len. Wei­tere Auf­tritts­mög­lich­kei­ten sind das Som­mer­fest der Gustav-Werner-Stiftung, »Jugend-Art« Reut­lin­gen oder die »Mädiale« in Stutt­gart oder Ber­lin. Wer sich die Bands anhö­ren will, kann auch in die Kulturwerkstatt kommen.

Die jüngste Abtei­lung in der Kulturwerkstatt beschäf­tigt sich mit der Video­tech­nik. In der Video­werk­statt haben Kin­der und Jugend­li­che die Mög­lich­keit, eigene Filme zu dre­hen. Erst wird der Inhalt bespro­chen, dann das Dreh­buch geschrie­ben. Beige­bracht wird alles - vom Dre­hen bis zum Schnei­den. Nach ein paar Arbeits­stun­den kön­nen die Kurs­teil­neh­mer den eige­nen Film mit nach Hause nehmen.

In Zusam­men­ar­beit mit der Musikwerkstatt kön­nen auch Video­clips der Bands her­ge­stellt wer­den. Dar­über hin­aus gibt es Pro­jekte wie »Epos« (Erste Pful­lin­ger Online Soap) www.epos-web.de oder @-TV-Wannweil tv.wannweil.de, in der ein paar Jugend­li­che Online-Nachrichten pro­du­zie­ren, die dann im Inter­net ver­öf­fent­licht wer­den. (ZmS)

Felix Lever, Albert-Einstein-Gymnasium Reut­lin­gen, Klasse 9 b

Ori­gi­nal­ar­ti­kel erschie­nen am 28.11.2005 im Reut­lin­ger Generalanzeiger