PostHeaderIcon Hunderte feierten mit 10/5/04

VON CHRISTOPH B. STRÖHLE

REUTLINGEN. »Heute keine Bewirtung im Kaffeehäusle«, war am Samstag zu lesen, doch niemand musste hungrig umkehren. Im Gegenteil: Gäste, Freunde und Förderer des Cafés, in dem behinderte und nicht behinderte Menschen seit 20 Jahren zusammenarbeiten und sich zwanglos begegnen können, waren zum Abschluss der Jubiläumswochen noch einmal ausdrücklich zum Mitfeiern eingeladen. Allerdings nicht im Kaffeehäusle, sondern beim Park-Spektakel in der Pomologie, gemeinsam ins Leben gerufen mit den Initiativen »Baff« (Bildung, Aktion, Freizeit, Feste) und »Feder« (Familien unterstützender Dienst) der Lebenshilfe und der Bruderhaus-Diakonie.

Pomologie-Spektakel

Unterhaltung für die Kleinen: Reise nach Fantasia mit dem Theater »Patati Patata«. FOTO: STRÖHLE

»Es ist irre, dass trotz des schlechten Wetters so viele Leute gekommen sind«, freute sich Sozialarbeiterin Rosemarie Henes vom Kaffeehäusle-Team. Die Jubiläumsveranstaltungen hätten dem Café viel Aufmerksamkeit und eine ganze Reihe neuer Gäste beschert. »Wir sind froh, dass das Kaffeehäusle nach 20 Jahren gesellschaftlich so gut eingebunden ist.« Aber: »Wir sind auch in Zukunft auf ehrenamtliche Helfer angewiesen.«
Zahlreiche Unterstützer

Zahlreiche Unterstützer fanden die Veranstalter auch in diesem Jahr wieder für das Pomologie-Spektakel, darunter das Kulturamt der Stadt Reutlingen und der »Ohmi-Club« der Körperbehindertenförderung Neckar-Alb. Mit Tante Frieda’s Jazzkränzchen startete am Nachmittag im großen Festzelt das umfangreiche Unterhaltungsprogramm. Es folgten Gesine Keller von »Dein Theater« mit Liedern und Schlagern rund um das Kaffeehaus und die Gruppe »Booghk-de-Doo« mit einer Mischung aus Rock und Folk.

Die jüngsten Besucher erwartete eine Reise nach Fantasia mit dem Kindertheater »Patati Patata«. Am Stand der Jugendkunstschule konnten sie bunte Fische basteln oder sich von den Jugendrotkreuzlern schminken lassen. Nebenan lud ein riesiger Kuchen in Form einer Kaffeetasse zum Verzehr ein. Hauswirtschaftsleiterin Irene Wegst rechnete vor: »Da stecken 140 Eier, acht Liter Pudding und 10 Kilo Früchte drin.«

Mit der Frage »Was passiert?« narrte die Baff-Theatergruppe, geschult durch gemeinsame Proben mit der »Tonne«, ihre Zuschauer und zeigte, wie sich mit minimalem Aufwand eine größtmögliche Bühnenwirkung erzielen lässt. Nicht fehlen durfte natürlich auch die Hausband: Die »Soulhossas«, bestehend aus Menschen mit geistiger Behinderung und Mitarbeitern der Musikwerkstatt, begeisterten mit live gesungenen Titeln wie »Ich bin ein Star« und »Cool bleiben« aus ihrer neuen CD. »Ihr seid ein super Publikum«, bescheinigte Leadsänger Harald Beck seinen Fans und gab anschließend Autogramme. Mit einem clownesk musikalisch artistischen Schauspiel der »Weltenhopser« ging die Feier zu Ende. (GEA)

Originalartikel erschienen am 10.05.2004 im Reutlinger Generalanzeiger.

PostHeaderIcon Nun rockt’s auch aus der Konserve 15/4/04

VON ANDREA ANSTÄDT

REUTLINGEN. Wer die »Soulhossas« schon einmal live erlebt hat, wird die Band nicht mehr so schnell vergessen. Nicht nur, dass man selten Musiker mit geistiger Behinderung auf der Bühne erlebt, nein, man kriegt auch Sänger und Strahlemann Harald Beck nicht mehr aus dem Gedächtnis, der Lust und Spaß pur auf der Bühne vermittelt.

Nun rockt's auch aus der Konserve

Zwei Bands, ein Projekt – und neuerdings auch auf CD vereint: »Skylla« und »Soulhossas«. FOTO: ANSTÄDT

Zu hören sind die »Soulhossas« nun auch aus der Konserve. Gemeinsam mit der Mädchenband »Skylla« haben sie ihre erste CD mit dem Titel »Rock Relaxt« aufgenommen. Am Montag, 19. April, steigt im Nepomuk die Release-Party, in der die CD erstmals vorgestellt wird.
Schön bunt und ziemlich professionell kommt schon die Hülle daher. Für den klanglichen Inhalt haben die »Soulhossas«, bestehend aus fünf Menschen mit geistiger Behinderung und zwei »Anleitern«, und »Skylla« eine Woche lang in den Faschingsferien im Studio verbracht. Eine tolle Erfahrung, wie Schlagzeuger »Matze« Matthias Stöckl findet. »Wir haben gut im Studio gearbeitet und die Mädchen haben gut gesungen.«

19 000 Euro von Aktion Mensch

Sänger Harald Beck musste sich allerdings bei den Aufnahmen etwa einschränken. »Früher haben die Stücke so lange gedauert, bis er meinte, mit dem Text durch zu sein«, stellte Biggi Neugebauer lächelnd fest, die den Bass spielt und das Musikprojekt der Kulturwerkstatt leitet. »Unsere Songs haben mittlerweile aber doch festere Strukturen bekommen.«

Viel hat sich seit Februar 2000 getan, als das Projekt »Rock through the Barricades« zunächst einmal als Testluftballon gestartet wurde. Mittlerweile wird es sogar von der Aktion Mensch mit 19 000 Euro gefördert. Nur mit dieser Summe im Hintergrund habe sich auch die CD-Produktion verwirklichen lassen, »die wirklich sehr teuer war«, wie Biggi Neugebauer erklärte.

Ziel des Projekts ist es zum einen, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Behinderung in eine Freizeitbeschäftigung mit großer öffentlicher Wirkung zu integrieren, zum anderen aber auch der direkte Kontakt mit »Skylla«, um den integrativen Aspekt noch zu erweitern.

Die Mädchen wiederum haben sich gerne auf das Experiment eingelassen. »Wir lernen gegenseitig voneinander und auch, auf den anderen einzugehen«, sagt »Paule« Paulina Kammerlocher. »Skylla« selbst haben sich dem Alternativ-Rock verschrieben und ihren »total eigenen Stil« gefunden, wie Bassistin Rosa Stecher stolz feststellt. Wie die »Soulhossas« schreiben auch sie ihre Lieder selbst.

Beide Bands freuen sich schon sehr auf den Auftritt im Reutlinger Kulturcafé Nepomuk, wo sie sich auch mal einer anderen Öffentlichkeit präsentieren können. Die Party wird ab 20.30 Uhr mit »Grievance«, einer weiteren Band der Kulturwerkstatt, eröffnet. Die fünf Jungs spielen eine Mix aus Punkrock und Balladen. (GEA)

Originalartikel erschienen am 15.04.2004 im Reutlinger Generalanzeiger.

PostHeaderIcon Berufs-Chance für junge Leute 19/3/04

REUTLINGEN. Mit mehr als einer halben Million Euro in diesem und im nächsten Jahr für den Kreis Reutlingen hilft die Europäische Union, Probleme auf dem Arbeitsmarkt zu lösen. Ziel ist es, Systeme zur Verbesserung der Ausbildung und Chancen der Beschäftigung aufeinander abzustimmen. Sechs Jahre lang, bis 2006, gibt es Geld aus dem Europäischen Sozialfonds. Der Anteil Baden-Württembergs beträgt 230 Millionen Euro, die auf die Kreise verteilt werden. »Weiter lesen

PostHeaderIcon Dem Schweißprojekt ein Denkmal gesetzt 3/8/04

REUTLINGEN. Um Theorie und Praxis des Schweißens ging es in einem Gemeinschaftsprojekt von Café Luna und der Körperbehinderten-Förderung (KBF) Reutlingen, dem jetzt abschließend ein »Denkmal« gesetzt wurde. »Weiter lesen

PostHeaderIcon Vier Mädchen geben popig-rockig den Ton an 31/1/04

Musikwerkstatt – Sieben Lieder haben Pink Lemon bereits aufgenommen, ein Album ist in Arbeit

REUTLINGEN. In der Reutlinger Musikwerkstatt im Haus der Jugend wurde die Band Pink Lemon im Jahr 2001 gegründet. Den fetzigen Namen hat Sängerin Linda mitgebracht, die erst vor kurzem in die Band eingetreten ist, und beim Interview mit den ZmS-Reporterinnen nervös am Bass zupft. Sie hat den Namen in einem Prospekt entdeckt.
Linda, Silke, Annika und Vanessa sind zwischen 15 und 17 Jahre alt. Die Mädchen kamen bei einem Workshop zusammen, der neue Mädchenbands suchte, da bislang nur Jungs und Männer in der Musikwerkstatt spielten. Bei dem Workshop kamen gleich mehrere Bands zusammen, danach förderte die Musikwerkstatt hauptsächlich Mädchenbands. »Weiter lesen

PostHeaderIcon Schräge Hossas und laute Mädchen 18/11/03

REUTLINGEN. Im Rahmen von »Café Luna« im Haus der Jugend wollten rund 150 Besucher die von der Musikwerkstatt geförderten Nachwuchsbands »Grievance«, »Soulhossas und Skylla« und das Balinger Duo »Sin Embargo« sehen. Für die fünf Jungs von Grievance, die jetzt seit einem Jahr zusammen spielen, bedeutete das den ersten Auftritt.

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MENTOR - Miteinander für Engagement, Toleranz und Respekt
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»Die Kulturwerkstatt e.V. nimmt hier in Reutlingen einen sehr wichtigen Platz ein und ist aus der Reutlinger »Medienlandschaft« nicht mehr wegzudenken.«
Eva M. Malzon, Rektorin Hermann-Kurz-Schule
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