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Berufs-Chance für junge Leute 19/3/04

REUTLINGEN. Mit mehr als einer hal­ben Mil­li­on Euro in die­sem und im nächs­ten Jahr für den Kreis Reut­lin­gen hilft die Euro­päi­sche Uni­on, Pro­ble­me auf dem Arbeits­markt zu lösen. Ziel ist es, Sys­te­me zur Ver­bes­se­rung der Aus­bil­dung und Chan­cen der Beschäf­ti­gung auf­ein­an­der abzu­stim­men. Sechs Jah­re lang, bis 2006, gibt es Geld aus dem Euro­päi­schen Sozi­al­fonds. Der Anteil Baden-Würt­tem­bergs beträgt 230 Mil­lio­nen Euro, die auf die Krei­se ver­teilt wer­den.

Für 2004 und 2005 ste­hen dem Kreis jeweils 575000Euro zur Ver­fü­gung. Geför­dert wer­den 2004 neun Pro­jek­te zur Bekämp­fung der Jugend­ar­beits­lo­sig­keit und zur Ver­hin­de­rung von Lang­zeit-Arbeits­lo­sig­keit bei Jugend­li­chen, aber auch bei Erwach­se­nen, die Unter­stüt­zung brau­chen durch beruf­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on, Infor­ma­ti­on und Bera­tung.
Grund­la­ge der EU-För­de­rung war das Votum eines Arbeits­krei­ses mit Betei­lig­ten aus dem Land­kreis Reut­lin­gen, die aus den Berei­chen Bil­dung, Aus­bil­dung und Beruf kom­men. Die Ent­schei­dung über die Anträ­ge 2004 traf letzt­lich die Lan­des­kre­dit­bank Baden-Würt­tem­berg. Vor­sit­zen­de des Arbeits­krei­ses ist die Sozi­al­de­zer­nen­tin des Land­krei­ses Reut­lin­gen, Sabi­ne May­er-Döl­le; Geschäfts­füh­re­rin ist Elke Weiss vom Land­rats­amt.

Hilfe in schwieriger Situation

Geför­dert wer­den in die­sem Jahr die gemein­nüt­zi­ge Beschäf­ti­gungs­ge­sell­schaft mbH »pro labo­re« mit »Start­chan­ce« für benach­tei­lig­te Jugend­li­che mit Ver­hal­tens- und Lern­stö­run­gen, der Ver­ein Neue Arbeit Zol­lern-Ach­alm, der jun­ge Frau­en und Män­ner mit Pro­ble­men im Über­gang von der Schu­le in Aus­bil­dung und Beruf unter­stützt, der Cari­tas­ver­band Neckar-Alb, der arbeits­lo­se und benach­tei­lig­te Frau­en im »Fair­kauf« schult und qua­li­fi­ziert, der Reut­lin­ger Ver­ein rid­af mit sei­nem »Sozi­al­kom­pe­tenz­trai­ning für Schü­le­rin­nen und Schü­ler«.

EU-Geld bekom­men auch der För­der­ver­ein offe­ne Jugend­ar­beit Pliez­hau­sen mit dem Jugend­bü­ro »For You« für Jugend­li­che mit Schwie­rig­kei­ten im Über­gang Schule/Beruf und die Reut­lin­ger Kulturwerkstatt mit dem Pro­jekt »Schlüs­sel­schmie­de« für jun­ge Men­schen zwi­schen 11 und 20 Jah­ren in Koope­ra­ti­on mit Reut­lin­ger Schu­len. Der Inter­na­tio­na­le Bund Car­lo-Schmid-Haus betreut Son­der­be­rufs­fach­schü­ler und För­der­schul­ab­gän­ger sozi­al­päd­ago­gisch, um sie fit zu machen für das Berufs­le­ben.

Die Kon­takt­stel­le Frau und Beruf zusam­men mit der Volks­hoch­schu­le Reut­lin­gen wird unter­stützt beim Ange­bot »Mein Pro­fil - mein Ziel« für Unge­lern­te und gering Qua­li­fi­zier­te und mit dem Pro­jekt »Basis- und Schlüs­sel­kom­pe­ten­zen für den beruf­li­chen Ein­stieg in Dienst­leis­tun­gen« für Frau­en mit Kin­dern, älte­re Frau­en und Frau­en mit gerin­gen Deutsch­kennt­nis­sen.

Antragsschluss 15. Mai

Jetzt ist die För­de­rung 2005 aus­ge­schrie­ben. Mel­de­schluss ist der 15. Mai. Der Arbeits­kreis setzt den Schwer­punkt erneut auf das The­ma »Über­gang von Schu­le in den Beruf«. För­der­wür­dig sind also Pro­jek­te, die sich der beson­ders schwie­ri­gen Situa­ti­on sol­cher Jugend­li­chen anneh­men, die zum Bei­spiel Sozi­al- und Jugend­hil­fe erhal­ten, kei­nen Schul­ab­schluss haben, ein Berufs­vor­be­rei­tungs­jahr oder För­der­schu­len absol­vie­ren oder aber Schul­ver­wei­ge­rer sind.

Neue Wege gesucht

Getan wer­den soll auch etwas für Jugend­li­che mit Sucht­pro­ble­men und jun­ge Leu­te, die hoch ver­schul­det sind. Die Alters­span­ne liegt zwi­schen 12 und 20 Jah­ren. Die Pro­jek­te sol­len die Ver­mitt­lung sozia­ler Kom­pe­ten­zen, Arbeits­pra­xis, beruf­li­che Qua­li­fi­zie­rung und im Ein­zel­fall not­wen­di­ge Beglei­tung mit­ein­an­der ver­bin­den.

Grund­sätz­lich gilt: unter­schied­li­che Lebens­be­din­gun­gen, Situa­tio­nen und Bedürf­nis­se von Män­nern und Frau­en sind eben­so zu berück­sich­ti­gen wie die Chan­cen­gleich­heit auf dem Arbeits­markt. Der Arbeits­kreis hat für die Pro­jekt­an­trä­ge ein­heit­li­che Stan­dards fest­ge­legt. Außer­dem hat das Sozi­al­mi­nis­te­ri­um einen Leit­fa­den ent­wi­ckelt, der zwin­gend ange­wen­det wer­den muss. Elke Weiss, vor­mit­tags im Land­rats­amt erreich­bar, gibt Aus­kunft. (GEA)

Ori­gi­nal­ar­ti­kel erschie­nen am 19.03.2004 im Reut­lin­ger Gene­ral­an­zei­ger.