Jugend - Mäd­chen ler­nen Umgang mit Kame­ra, Schein­wer­fer, Schnitt­com­pu­ter. Am Ende »Som­mer­spek­ta­kel«

REUTLINGEN. Wäh­rend im obe­ren Stock eini­ge »Jung­he­xen« ver­su­chen, ihren Zau­ber­stab durch die Luft schwe­ben zu las­sen, unter­su­chen eine Eta­ge dar­über zwei »Kom­mis­sa­rin­nen« einen Mord. Trotz­dem gibt es Geläch­ter, nicht nur Dis­kus­sio­nen, und dann wie­der abso­lu­te Stil­le - wie in einem Film­stu­dio. Schau­platz des Gesche­hens aber ist das Haus der Jugend.
Sieb­zehn Mäd­chen, man­che mit einer Behin­de­rung, dre­hen hier gemein­sam ihre ers­ten Fil­me. In dem inte­gra­ti­ven Pro­jekt kön­nen sie ihr schau­spie­le­ri­sches Talent aus­pro­bie­ren und set­zen sich mit der Bedeu­tung eines Dreh­buchs aus­ein­an­der. Sie ler­nen den Umgang mit Video­ka­me­ra, Schein­wer­fern und Ton­auf­zeich­nung und schnei­den dann alle Sze­nen am Com­pu­ter zu einem fer­ti­gen Film zusam­men.

Der Work­shop ist Teil des Pro­jek­tes Medi­en­spek­ta­kel der Kulturwerkstatt, unter­stützt von der Akti­on Mensch. Jugend­li­che im Alter von zwölf bis acht­zehn Jah­ren wer­den von den Mit­ar­bei­te­rin­nen der Werk­statt zu Men­to­rin­nen im Bereich Neu­en Medi­en aus­ge­bil­det. So kön­nen sie spä­ter ande­re Mäd­chen anlei­ten, eige­ne Vor­ha­ben zu pla­nen und aus­zu­füh­ren. Höhe­punkt der Aus­bil­dung soll das Som­mer­fe­ri­en­spek­t­ak­tel sein, bei dem alle ihr Wis­sen unter Beweis stel­len kön­nen.

Für die Mäd­chen war das Semi­nar zwar anstren­gend, aber es hat ihnen sehr viel Spaß gemacht - und es wur­de viel gelacht, erzählt Pro­jekt­lei­te­rin Petra Lever. Sol­che Kur­se tra­gen oben­drein dazu bei, dass der Umgang zwi­schen Men­schen mit und ohne Behin­de­rung völ­lig nor­mal wird. (eg)

Ori­gi­nal­ar­ti­kel erschie­nen am 31.01.2009 im Reut­lin­ger Gene­ral­an­zei­ger