MedienSpektakel

Beim Medi­en­spek­ta­kel ler­nen die Mäd­chen nicht nur den Com­pu­ter bes­ser ken­nen, son­dern befas­sen sich auch mit Video­tech­nik. FOTO: Timo Sach­sen­berg

Von Alex­an­der Rabe
REUTLINGEN. »Ich woll­te ein­fach dazu­ler­nen, weil ich den Com­pu­ter zu Hau­se nicht bedie­nen konn­te. Auch in der Schu­le hilft mir das, was ich hier gelernt habe«, sagt Ele­ni Pan­ta­zi­dou. Dazu­ge­lernt hat sie inzwi­schen jede Men­ge, und zwar in der Reut­lin­ger Kulturwerkstatt, genau­er gesagt im inte­gra­ti­ven Pro­jekt Medi­en­spek­ta­kel.

Seit Herbst 2009 hat sich Ele­ni mit neun wei­te­ren Mädels zwi­schen 12 und 17 Jah­ren, ob mit oder ohne Behin­de­rung, inten­siv mit dem PC und mit Video­tech­nik befasst und ihre Kennt­nis­se so ver­tieft. Seit Mon­tag ist sie Men­to­rin, gibt ihr Wis­sen an Mädels zwi­schen 7 und 13 Jah­ren wei­ter - dabei ist die jun­ge Leh­re­rin doch selbst erst 13.

Über 40 Mädchen angemeldet

Am 2. August ist das zwei­te Som­mer-Medi­en­spek­ta­kel gestar­tet, das noch bis zum 13. August läuft. Über 40 Mäd­chen haben sich für je eine Woche ange­mel­det und wer­den nun von Ele­ni und den ande­ren Men­to­rin­nen aus­ge­bil­det. Dabei konn­ten die Kin­der zwi­schen ver­schie­de­nen The­men­ge­bie­ten aus­wäh­len. In par­al­lel lau­fen­den Work­shops wer­den auf krea­ti­ve Art und mit ein­fa­chen Pro­gram­men »Malen und Gestal­ten am PC«, »Zei­chen­trick«, »Musik und Com­pu­ter« und »Video­film dre­hen« ange­bo­ten.

Die Men­to­rin­nen berich­te­ten ges­tern - pas­send zum Medi­en­spek­ta­kel im Rah­men einer Pres­se­kon­fe­renz - was die jun­gen Teil­neh­me­rin­nen in den ver­schie­de­nen Kur­sen erwar­tet. Beim Video-Kurs gehe es dar­um, sich eine Geschich­te aus­zu­den­ken und spä­ter eben auch wirk­lich zu dre­hen. Ein Kri­mi soll es dies­mal sein, wird gemun­kelt. Jemand wird wohl ent­führt. Aber viel mehr wird natür­lich nicht ver­ra­ten. Beim Zeich­nen und Gestal­ten wer­den indi­vi­du­el­le Visi­ten- oder Post­kar­ten sowie Sti­ckers am PC kre­iert und die Teil­neh­mer der Musik­grup­pe wer­den zu Hip-Hop-Pro­du­zen­tin­nen. Mit­hil­fe eines Com­pu­ter­pro­gramms wer­den hier ver­schie­de­ne Sounds und Beats zusam­men­ge­mischt und sogar eige­ne Tex­te ver­fasst. Das fer­ti­ge, selbst pro­du­zier­te Musik­stück wird dann schließ­lich auf eine CD gebrannt.

»Wir haben das Pro­jekt bewusst an Mädels gerich­tet, denn die Jungs machen ganz ande­re Sachen am Com­pu­ter. So haben die Mäd­chen die Mög­lich­keit, ganz unter sich das zu machen, was sie inter­es­siert«, erklärt die in der Kulturwerkstatt täti­ge Diplom-Sozi­al­päd­ago­gin und Pro­jekt­lei­te­rin Petra Lever das Grund-Kon­zept des Medi­en­spek­ta­kels.

Jede Klein­grup­pe à sechs bis sie­ben Mäd­chen wird nun wäh­rend des Som­mer-Medi­en­spek­ta­kels von zwei bis drei Men­to­rin­nen indi­vi­du­ell betreut. »Ich fin­de es inter­es­sant, dass wir das, was wir hier gelernt haben, den Klei­ne­ren wei­ter­ge­ben kön­nen - das macht viel Spaß«, beschreibt die 16-jäh­ri­ge Tama­ra Zor­now, die eben­falls von der Schü­ler- in die Leh­rer­rol­le geschlüpft ist und so die dro­hen­de Lan­ge­wei­le in den Feri­en erst gar nicht auf­kom­men ließ.

Es gibt noch freie Plätze

Für die­je­ni­gen Mädels, die mit eben die­ser Lan­ge­wei­le zu kämp­fen haben, gibt es eine gute Nach­richt: Zwar ist die ers­te Woche des Som­mer-Medi­en­spek­ta­kels schon in vol­lem Gan­ge und aus­ge­bucht, aber für die zwei­te Woche (Mon­tag, 9. bis Frei­tag, 13. August, immer von 10 bis 13 Uhr) sind bis auf den Video-Kurs noch Plät­ze frei. Der Teil­nah­me­bei­trag beträgt 20 Euro. Wer sich also noch anmel­den möch­te, kann dies tele­fo­nisch oder noch bes­ser im Inter­net tun.

Und wer dies­mal kei­nen Platz mehr bekommt? Kein Pro­blem, denn das nächs­te Medi­en­spek­ta­kel des seit 2008 gestar­te­ten, von der »Akti­on Mensch« geför­der­ten und auf drei Jah­re aus­ge­leg­ten Pro­jekts lässt nicht lan­ge auf sich war­ten. Schon im Herbst geht’s wei­ter - mit Durch­blick beim Dreh und Klick. (GEA)

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www.medienspektakel-rt.de

Ori­gi­nal­ar­ti­kel erschie­nen am 04.08.2010 im Reut­lin­ger Gene­ral­an­zei­ger. Druck­ver­si­on