Pro­jekt - Cool­ness­trai­ning und Chat­füh­rer­schein: An der Her­mann-Kurz-Schu­le ler­nen Kin­der fürs Leben

REUTLINGEN. Über­grif­fe, auch sexu­el­le, pas­sie­ren im Zeit­al­ter der neu­en Medi­en immer häu­fi­ger in der vir­tu­el­len Welt - und somit oft im Kin­der­zim­mer. Jun­gen und Mäd­chen begin­nen schon früh, ihre eige­ne Home­page und damit auch ihr eige­nes Pro­fil ins Netz zu stel­len, um Gleich­alt­ri­ge ken­nen­zu­ler­nen oder sich selbst zu pro­fi­lie­ren. Auch in den bekann­ten Chat­rooms tum­meln sich vie­le in ihrer Frei­zeit. Aber nicht nur Gleich­alt­ri­ge hal­ten sich hier auf: Erwach­se­ne Voy­eu­re und Pädo­phi­le fin­den ein viel­fäl­ti­ges Betä­ti­gungs­feld. Ver­bo­te machen die vir­tu­el­le Welt nur noch reiz­vol­ler.

Ganz schön cool: Siebt­kläss­ler aus der Her­mann-Kurz-Schu­le ler­nen, wie man sinn­voll mit Kon­flik­ten umgeht. FOTO: PR

Des­halb haben die Schul­so­zi­al­ar­beit der Her­mann-Kurz-Schu­le und die Kulturwerkstatt Reut­lin­gen ein Kon­zept ent­wi­ckelt, das Mäd­chen und Jun­gen fit machen soll auf ihren Rei­sen im Inter­net. Das Pro­jekt läuft mit Siebt­kläss­lern, die alters­mä­ßig auf der Schwel­le vom Kind­sein hin zum Jugend­li­chen sind.

Zunächst wer­den Kennt­nis­se über lega­le und ille­ga­le Aktio­nen im Netz ver­mit­telt - etwa, ob es erlaubt ist, sich Songs her­un­ter­zu­la­den. Aber auch das Bewusst­wer­den der eige­nen Sexua­li­tät und Außen­wir­kung ist The­ma.

Mit Hil­fe von spe­zi­ell aus­ge­bil­de­ten Cool­ness-Trai­ne­rin­nen und Trai­nern wer­den Jun­gen und Mäd­chen in getrenn­ten Grup­pen im Umgang mit Kon­flik­ten geschult. Dazu gehört es, eige­ne Gren­zen ken­nen­zu­ler­nen und sie recht­zei­tig wahr­zu­neh­men. Nach den Pfingst­fe­ri­en machen alle gemein­sam einen »Chat­füh­rer­schein«. Zum krö­nen­den Abschluss zeigt die Thea­ter­grup­pe »Zart­bit­ter« aus Köln im Juni in der Bet­zin­ger Kemm­ler­hal­le das Stück »Click ist«: Es han­delt davon, wie man Gefah­ren im Netz jugend­ge­recht begeg­nen kann.

Das Teil­pro­jekt von »LOS - Loka­les Kapi­tal für sozia­le Zwe­cke« wird vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Fami­lie, Senio­ren, Frau­en und Jugend und dem Euro­päi­schen Sozi­al­fonds geför­dert. (em)

Ori­gi­nal­ar­ti­kel erschie­nen am 17.05.2008 im Reut­lin­ger Gene­ral­an­zei­ger