Kulturwerkstatt – Der kinderleichte Einstieg in Musik, Computer, Video. Über 1 200 Jugendliche machen jedes Jahr mit. Anerkennung von Stadt und Landesstiftung

VON HOLGER DAHLHELM

REUTLINGEN. Das dickste Lob kommt von ganz oben: Die Landesstiftung Baden-Württemberg hat die Kulturwerkstatt als beispielhafte Initiative im Sinne ihres Förderprogrammes »Jugend engagiert sich« anerkannt. Seit 20 Jahren macht der Reutlinger Verein Kindern den Einstieg in die Welt der Musik, der Computer und Videokunst leicht. Inzwischen kommen pro Jahr über 1 200 Jungen und Mädchen, aber auch junge Erwachsene in die Workshops: »Auf diese Bilanz sind wir stolz«, sagte Vorsitzender Marc Coester bei der Feier am Wochenende im Haus der Jugend.

20-jähriges JubiläumDer Einstieg in die Rockmusik ist kinderleicht in der Kulturwerkstatt (rechts am Keyboard Marc Coester, Vorsitzender des Trägervereins, und an der Conga Birgit Neugebauer, die den Bereich Musik leitet). GEA-FOTO: HD

Ursula Weber, Referentin für bürgerschaftliches Engagement im Reutlinger Rathaus, überbrachte den Machern den Dank und die Anerkennung der Stadt und der Landesstiftung: Neben den Gönninger Jugendgruppen, die sich für die Tulpenblüte einsetzen (GEA am 23. Oktober) ist die Kulturwerkstatt die zweite Reutlinger Initiative, die sich mit dem »jes«-Stempel schmücken darf. Möglich macht dies die Mitarbeit anerkannter Mentoren.

Auf Expansionskurs

In diesem Sinne Pionierarbeit geleistet im bürgerschaftlichen sozialen und kulturellen Engagement hat die Werkstatt im Haus der Jugend schon vor 20 Jahren. Zunächst stand die Musik im Vordergrund. Zahllose Jungen und (seit Ausbau der geschlechter-spezifischen Arbeit 1992) immer mehr Mädchen haben in den Proberäumen die ersten Riffs auf der Gitarre gelernt, Beats am Schlagzeug geübt, die Soundmöglichkeiten von Keyboards entdeckt. Dutzende von Bands sind aus dem Keller auf die Bühne geklettert, manche zu respektablem regionalen Erfolg.

Seit 1989 lernen Kids im Haus der Jugend, dass Computer erheblich mehr leisten und mehr Spaß machen als Spielautomaten. Mit den Video-Workshops (seit 1998) ist die Kulturwerkstatt heute auf dem Weg zu einem Medienzentrum, das in der Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Schulen ebenso ältere oder behinderte Menschen anspricht. Grund genug also, den runden Geburtstag ausgiebig mit all jenen zu feiern, die an diesem Erfolgskonzept mitgearbeitet haben – und darauf anzustoßen, dass der (so Marc Coester) »Expansionskurs« gehalten werden kann. (GEA)

Originalartikel erschienen am 25.10.2004 im Reutlinger Generalanzeiger.